Käthe Kruse mit ihren Töchtern Fifi (Sophie) und Mimerle (Maria)

Käthe-Kruse-Puppen: Wert, Echtheit und Geschichte

Käthe-Kruse-Puppen gehören zu den bekanntesten Puppen der Welt. Seit über 100 Jahren stehen sie für weiche Stoffkörper, natürliche Kindergesichter und viel Handarbeit. Viele Familien haben noch eine alte Käthe Kruse im Kasten. Hier erfährst Du, wie die Puppen entstanden, woran Du eine echte Käthe Kruse erkennst und was alte Puppen heute wert sind.

Was ist meine alte Käthe-Kruse-Puppe wert?

Der Wert hängt stark von Modell, Alter, Zustand und Originalität ab. Als grobe Orientierung (Richtwerte, keine Garantie):

Puppe Typischer Wert
Neuere Puppe aus den letzten Jahrzehnten, bespielt oft unter 100 Euro
Puppe aus den 1950er- und 1960er-Jahren in gutem Zustand mit Originalkleidung häufig im dreistelligen Bereich
Frühe Puppen aus Bad Kösen (vor 1950), besonders Puppe I teils vierstellige Beträge
Seltene Modelle und Puppen mit belegter Geschichte Einzelbewertung nötig

Den Wert steigern originale Kleidung, Schuhe, gut erhaltene Gesichtsbemalung, originale Perücke und Papiere. Abgeriebene Gesichter, Flecken und ersetzte Teile senken ihn.

Echte Käthe Kruse erkennen

  • Signatur und Nummer an der Fußsohle: Viele Puppen tragen an der linken Fußsohle den Schriftzug „Käthe Kruse“ und eine Nummer.
  • Stoffkörper: gefüllter, weicher Körper aus Baumwollstoff, oft mit typischen Nähten an Händen und Daumen
  • Kopf: bei frühen Puppen aus Stoff, von Hand bemalt. In den 1950er-Jahren entstanden auch Puppen mit Köpfen aus Celluloid bzw. Kunststoff.
  • Gesicht: ruhig und natürlich, mit fein gemalten Augen und zarten Wangen
  • Kleidung: schlicht, aus guten Stoffen, mit Etikett bei neueren Puppen

Die Geschichte von Käthe Kruse

Käthe Kruse wurde am 17. September 1883 in Breslau geboren und war zunächst Schauspielerin. Sie heiratete den Berliner Bildhauer Max Kruse. Weil ihr die damals üblichen harten, steifen Puppen nicht gefielen, wollte sie für ihre Tochter eine Puppe, die man im Arm halten kann wie ein echtes Kind. 1905 entstand ein erster Versuch aus einem mit Sand gefüllten Handtuch und einer Kartoffel als Kopf.

1910 zeigte sie ihre Puppen auf der Ausstellung „Spielzeug aus eigener Hand“ im Berliner Warenhaus Tietz und erregte großes Aufsehen. 1911 erhielt sie auf einer internationalen Puppenausstellung in Florenz eine Goldmedaille. 1912 richtete sie in Bad Kösen ihre Werkstätten ein und entwickelte dort mehr als fünfzehn Puppentypen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Bad Kösen in der sowjetischen Besatzungszone. Um der drohenden Enteignung zuvorzukommen, verlegte Käthe Kruse 1950 die Produktion nach Donauwörth in Bayern. Dort sitzt die Manufaktur bis heute.

Die wichtigsten Modelle

  • Puppe I: die erste Käthe-Kruse-Puppe, schlicht „Puppe 1“ genannt
  • Puppe II „Schlenkerchen“: eine weichere Puppe mit beweglichem Drahtgestell im Inneren
  • Puppe VIII: wegen ihrer Größe auch „52er“ genannt. Käthe Kruse nannte sie in ihrer Autobiografie „Friedebald“. Sie ist das einzige Modell, das nach dem Porträt eines ihrer eigenen Kinder gestaltet wurde.
  • Babys und Kleinkindpuppen in vielen Größen, bis heute im Programm

Käthe-Kruse-Museen

Das Käthe-Kruse-Puppen-Museum in Donauwörth zeigt die Geschichte der Manufaktur mit vielen historischen Puppen. Auch in Naumburg, nahe Bad Kösen, gibt es eine Sammlung zu Käthe Kruse. Mehr Puppen- und Teddymuseen findest Du im Beitrag über Teddybär- und Puppenmuseen.

Käthe-Kruse-Puppe verkaufen oder kaufen

  • Wert ermitteln: Fußsohle fotografieren, Größe messen, Kleidung und Schäden dokumentieren und mit tatsächlich verkauften Puppen gleicher Art vergleichen
  • Verkaufen: willhaben, eBay oder für frühe Stücke ein Auktionshaus wie das Dorotheum
  • Kaufen: neue Puppen bei Händlern oder direkt bei der Manufaktur, alte auf Börsen und bei spezialisierten Händlern

Pflege

Alte Käthe-Kruse-Puppen nie waschen. Staub vorsichtig mit einer weichen Bürste entfernen, die bemalten Gesichter nicht reiben. Licht und Feuchtigkeit vermeiden, Kleidung nur von Hand und mit Vorsicht reinigen.

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Häufige Fragen

Was ist meine alte Käthe-Kruse-Puppe wert?

Neuere, bespielte Puppen bringen oft unter 100 Euro, gut erhaltene Puppen aus den 1950er- und 1960er-Jahren häufig dreistellige Beträge. Frühe Puppen aus Bad Kösen, besonders Puppe I, erzielen teils vierstellige Beträge.

Woran erkenne ich eine echte Käthe-Kruse-Puppe?

Viele Puppen tragen an der linken Fußsohle den Schriftzug „Käthe Kruse“ und eine Nummer. Typisch sind außerdem der weiche Stoffkörper, das von Hand bemalte Gesicht und die schlichte, hochwertige Kleidung.

Wo wurden Käthe-Kruse-Puppen hergestellt?

Ab 1912 in Bad Kösen, ab 1950 in Donauwörth in Bayern, wo die Manufaktur bis heute sitzt.

Was ist das Schlenkerchen?

Puppe II von Käthe Kruse, eine besonders weiche Puppe mit beweglichem Drahtgestell im Inneren.

Quellen

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