Teddybär-Hersteller aus Deutschland und Österreich: Marken von früher bis heute
Deutschland ist das Ursprungsland des beweglichen Teddybären, und Österreich hatte eigene Manufakturen mit treuer Fangemeinde. Viele dieser Namen tauchen heute auf Flohmärkten, Börsen und in Erbschaften auf. In diesem Überblick stellen wir die wichtigsten Teddybär-Hersteller aus Deutschland und Österreich vor, von den Anfängen bis heute, und zeigen Dir, woran Du alte Marken erkennst.
Steiff: die Wiege des Teddybären
Margarete Steiff begann 1880 in Giengen an der Brenz, Tiere aus Filz zu nähen. 1902 entwarf ihr Neffe Richard Steiff den ersten Plüschbären mit beweglichen Armen und Beinen, den „Bär 55 PB“. Nach der Leipziger Messe 1903 bestellte ein amerikanischer Händler 3.000 Stück, und der Bär wurde weltweit bekannt. Seit 1904 trägt jedes Steiff-Tier den „Knopf im Ohr“. Steiff ist bis heute die bekannteste Teddymarke der Welt und für Sammler die wichtigste. Die ganze Geschichte liest Du in unserem Beitrag Die Geschichte des Teddybären.
Teddy-Hermann: aus Sonneberg nach Hirschaid
Bernhard Hermann gründete 1912 in Sonneberg in Thüringen eine eigene Teddybär-Fertigung. Sonneberg war damals ein Zentrum der Spielzeugherstellung. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Stadt in der DDR, und die Familie verlegte den Betrieb nach Hirschaid bei Bamberg. Das Unternehmen wird bis heute als Familienbetrieb geführt und stellt Teddybären und Plüschtiere her, darunter auch limitierte Sammlerbären.
Hermann-Spielwaren: der Coburger Zweig
Nicht zu verwechseln mit Teddy-Hermann ist die Firma Hermann-Spielwaren in Coburg. Sie geht auf dieselbe Familie aus dem Raum Sonneberg zurück: Johann Hermann aus Neufang hatte mehrere Söhne, die im Teddygeschäft tätig waren. Laut Firmengeschichte begann die Teddyherstellung dieses Zweigs 1913, die Firma selbst wurde 1920 gegründet und hat ihren Sitz heute in Coburg-Cortendorf. Hermann-Bären sind bei Sammlern für ihre klassischen Formen und limitierten Auflagen bekannt.
Clemens Spieltiere: Bären aus der Nachkriegszeit
Die Firma Clemens entstand kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Laut Händlerangaben werden Clemens-Bären seit 1948 in Deutschland hergestellt. Gründer Hans Clemens betrieb zunächst ein Geschäft für Glas und Porzellan. Weil Kunden immer wieder nach Teddybären fragten, begann er, Bären aus alten Armeedecken zu nähen. Sein Sohn Peter Clemens führte das Geschäft weiter. Clemens stellt bis heute Bären her, auch in limitierten Editionen.
Käthe Kruse: nicht nur Puppen
Käthe Kruse ist vor allem für ihre Stoffpuppen berühmt, die seit über 100 Jahren entstehen. Die Manufaktur mit Sitz in Donauwörth stellt aber auch Plüschtiere und Bären her. Mehr über die Puppen liest Du in unserem Beitrag über Käthe-Kruse-Puppen.
Schuco: Bären mit Trick
Schuco aus Nürnberg wurde durch mechanisches Spielzeug bekannt. Unter Sammlern berühmt sind die „Yes/No“-Bären, die mit einem Hebel am Schwanz den Kopf nicken oder schütteln, und die kleinen Bären mit verstecktem Puderdöschen oder Parfumfläschchen. Die Details findest Du in unserem Beitrag über Schuco.
Trudi: italienisch, mit österreichischen Wurzeln im Namen
Trudi ist eine italienische Marke aus Tarcento bei Udine. Die Firma wurde 1954 gegründet. Den Namen verdankt sie Trudi Müller Patriarca, die schon als Jugendliche kleine Stofftiere für sich und ihre Freundinnen nähte. In den 1960er-Jahren ersetzte Trudi die Strohfüllung durch Watte, wodurch die Tiere waschbar und besonders weich wurden. Trudi-Teddys sind heute weniger Sammelobjekte als beliebte Kuscheltiere.
Österreichische Teddybär-Manufakturen
Fechter
Fechter war eine österreichische Teddymanufaktur, die nach Sammlerangaben von 1949 bis 1979 bestand. Laut einer britischen Museumssammlung sollen die ersten Bären aus amerikanischen Armeedecken entstanden sein. Fechter-Bären galten als sorgfältig gearbeitet und vergleichsweise teuer. Heute sind sie bei Sammlern gesucht, gerade weil die Firma nicht mehr besteht.
Berg
Berg ist eine kleinere österreichische Marke, die sich auf Sammlerbären spezialisiert hat. Die Bären sind aus Mohair und anderen edlen Plüschstoffen gearbeitet, oft mit besonders ausdrucksstarken Gesichtern und liebevollem Zubehör wie Schals, Hüten oder Kleidchen.
Alte Teddybär-Marken erkennen
- Knopf, Etikett oder Brustschild: Steiff erkennst Du am Knopf im Ohr. Andere Hersteller nutzten Brustschilder, Anhänger oder eingenähte Etiketten. Sie gehen oft verloren, Reste oder Löcher geben aber Hinweise.
- Material: Alte Bären sind meist aus Mohairplüsch und mit Holzwolle gefüllt. Sie fühlen sich fest an und knistern leicht.
- Form: Frühe Bären haben lange Arme, einen Buckel, eine lange Schnauze und große Füße. Ab den 1950er-Jahren werden die Formen runder und kindlicher.
- Augen: Schuhknopf-Augen deuten auf sehr alte Bären hin, später kamen Glasaugen und ab etwa den 1950er-Jahren Kunststoffaugen.
Wie Du einen alten Bären bewertest, liest Du in unserem Beitrag über Sammlerbären und Antiquitäten.
Teddybären direkt bei Künstlern und Herstellern kaufen
Neben den großen Marken arbeiten heute viele Teddykünstlerinnen und kleine Manufakturen. In unserem Verzeichnis findest Du über 2.400 Einträge aus aller Welt, darunter rund 290 aus Österreich.
Passend dazu
- Steiff-Teddybären: Klassiker mit Knopf im Ohr, vom Kuschelbären bis zur Sammleredition
- Teddy-Hermann Sammlerbären: Limitierte Bären aus Hirschaid
- Mohair-Schals und Accessoires: Weiche Schals und Tücher für Dich, aus dem Stoff, aus dem Bären sind
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Häufige Fragen
Welche Teddybär-Hersteller gibt es in Deutschland?
Die bekanntesten sind Steiff aus Giengen an der Brenz, Teddy-Hermann aus Hirschaid, Hermann-Spielwaren aus Coburg, Clemens Spieltiere, Schuco aus Nürnberg und Käthe Kruse aus Donauwörth.
Gibt es Teddybär-Hersteller aus Österreich?
Ja. Bekannt sind vor allem Fechter, eine Manufaktur, die nach Sammlerangaben von 1949 bis 1979 bestand, und Berg mit Sammlerbären. Dazu kommen heute viele österreichische Teddykünstlerinnen.
Sind Teddy-Hermann und Hermann Coburg dieselbe Firma?
Nein. Beide gehen auf die Familie Hermann aus dem Raum Sonneberg zurück, sind aber getrennte Firmen: Teddy-Hermann sitzt in Hirschaid, Hermann-Spielwaren in Coburg.
Woran erkenne ich, von welcher Marke mein alter Teddy ist?
An Knopf, Etikett, Anhänger oder Brustschild. Fehlen sie, helfen Form, Material, Augen und Füllung bei der Einordnung. Bei wertvollen Bären lohnt sich eine Schätzung durch Fachleute.



