Ausstellung alter Puppen in Wien

Die Geschichte der Puppe: von der Antike bis zur Barbie

Puppen gehören zu den ältesten Spielzeugen der Menschheit. Sie waren Kultfiguren, Grabbeigaben, Modeboten und schließlich Kinderspielzeug. Hier erfährst Du, wie sich die Puppe von der Steinzeit bis zur Barbie entwickelt hat, welche Funde zu den ältesten zählen und welche Meilensteine heute für Sammler wichtig sind.

Frühe Figuren: Kult statt Spiel

Schon in der Steinzeit schufen Menschen kleine Menschenfiguren. Das berühmteste Beispiel stammt aus Österreich: die rund 30.000 Jahre alte „Venus von Willendorf“, gefunden in der Wachau und heute im Naturhistorischen Museum Wien. Eine Puppe im heutigen Sinn ist sie aber nicht. Solche Figuren hatten vermutlich eine kultische Bedeutung, etwa für Fruchtbarkeit.

Antike: die ersten echten Puppen

Aus dem alten Ägypten sind flache Holzfiguren mit Haaren aus Perlen erhalten, die oft in Gräbern lagen. Ob sie Spielzeug waren oder eine religiöse Bedeutung hatten, ist umstritten.

Im antiken Griechenland und in Rom gab es dann eindeutig Spielpuppen, teilweise sogar mit beweglichen Armen und Beinen, aus Ton, Holz, Knochen oder Elfenbein. Mädchen weihten ihre Puppen vor der Hochzeit oft einer Göttin, als Zeichen dafür, dass die Kindheit zu Ende ging.

Mittelalter und frühe Neuzeit

Im Mittelalter waren einfache Puppen aus Holz, Stoff oder Stroh verbreitet. In Nürnberg gab es bereits im Spätmittelalter Handwerker, die Puppen herstellten, damals „Docken“ genannt.

Eine Besonderheit waren die Modepuppen: Ab dem 17. Jahrhundert schickten Pariser Schneider fein gekleidete Puppen an Adelshöfe in ganz Europa, um die neueste Mode zu zeigen. Sie waren die Modemagazine ihrer Zeit.

19. Jahrhundert: die große Zeit der Puppenmacher

  • Holzpuppen aus dem Grödnertal: Die schlanken, beweglichen Holzpuppen aus dem heutigen Südtirol wurden in alle Welt verkauft.
  • Papiermaché und Wachs: günstigere Köpfe, die man in Formen herstellen konnte
  • Porzellan: Ab der Mitte des Jahrhunderts eroberten Köpfe aus Porzellan den Markt, zuerst glasiert, dann aus mattem Biskuitporzellan.

Thüringen mit Sonneberg und Waltershausen wurde zum Zentrum der deutschen Puppenherstellung, mit Firmen wie Kestner, Kämmer & Reinhardt, Simon & Halbig und Armand Marseille. In Paris entstanden die Luxuspuppen von Jumeau und Bru.

20. Jahrhundert: neue Materialien

  • Charakterpuppen (ab 1909): Puppen mit echten Kindergesichtern statt Einheitsgesichtern
  • Stoffpuppen: Käthe Kruse zeigte ab 1910, dass Puppen weich und kindgerecht sein können. Mehr im Beitrag über Käthe-Kruse-Puppen.
  • Celluloid und Kunststoff: Schildkröt machte Puppen leicht und robust. Mehr im Beitrag über Schildkröt.
  • Vinyl und Massenproduktion: nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Barbie (1959): die erwachsene Modepuppe, die die Spielzeugwelt veränderte. Mehr im Beitrag über Barbie.

Puppen in Kultur und Unterhaltung

Puppen sind nicht nur Spielzeug. Die Marionetten der Augsburger Puppenkiste begeistern seit 1948 Generationen. Und der Horrorfilm „Annabelle“ hat gezeigt, wie unheimlich Puppen wirken können, wenn ein Film es darauf anlegt.

Puppen heute

Heute reicht die Welt der Puppen von Babypuppen über Modepuppen bis zu Künstlerpuppen und lebensechten Reborn-Babys. Antike Puppen sind gefragte Sammelobjekte. In unserem Verzeichnis findest Du über 800 Puppenmacherinnen, Händler und Kliniken aus aller Welt.

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Häufige Fragen

Was ist die älteste Puppe der Welt?

Das lässt sich nicht eindeutig sagen. Frühe Menschenfiguren wie die rund 30.000 Jahre alte Venus von Willendorf sind keine Puppen im heutigen Sinn. Sicher als Spielpuppen gelten Funde aus dem antiken Griechenland und Rom.

Seit wann gibt es Porzellanpuppen?

Puppen mit Porzellanköpfen kamen in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Zuerst glasiert, später aus mattem Biskuitporzellan.

Wo war das Zentrum der deutschen Puppenherstellung?

In Thüringen, vor allem in Sonneberg und Waltershausen, mit Firmen wie Kestner, Kämmer & Reinhardt, Simon & Halbig und Armand Marseille.

Quellen

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October 14, 2026 - In Dolls

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