Madame Alexander: Puppen aus New York, Wert und Geschichte
Madame Alexander gehört zu den bekanntesten Puppenmarken der USA. Seit über hundert Jahren stehen die Puppen für sorgfältig genähte Kleidung, Figuren aus Literatur und Film und eine treue Sammlergemeinde. Besonders gesucht sind Puppen aus den 1950er-Jahren, etwa „Cissy“, „Elise“ oder die berühmte Scarlett O’Hara. Hier erfährst Du, wie die Firma entstand, welche Puppen heute wertvoll sind und woran Du eine echte Madame Alexander erkennst.
Was sind Madame-Alexander-Puppen wert?
Die meisten Madame-Alexander-Puppen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren sind gut erhältlich und kosten auf Flohmärkten und Online-Plattformen oft nur einen zwei- bis niedrigen dreistelligen Betrag. Deutlich mehr bringen Puppen aus den 1930er- bis 1950er-Jahren in gutem Zustand, mit originaler Kleidung, Schildchen und Schachtel. Seltene Stücke wie frühe Scarlett-Puppen, Cissy in besonderen Kleidern oder Teile des Krönungssets von 1953 erzielen bei Auktionen mehrere hundert bis mehrere tausend US-Dollar.
Wichtig für den Wert sind:
- Alter: Puppen aus Komposition (1930er/40er) und Hartplastik (1950er) sind gesuchter als spätere Vinylpuppen.
- Originalkleidung mit eingenähtem Etikett „Madame Alexander“
- Zustand: keine Risse in der Komposition, unverblasste Gesichtsbemalung, Haare in originaler Frisur
- Schachtel und Anhänger (Wrist Tag), die bei Sammlern viel ausmachen
Die Geschichte von Madame Alexander
Beatrice Alexander wuchs in New York über der Puppenklinik ihres Vaters auf. 1923 gründete sie mit einem Darlehen von 1.600 US-Dollar ihre eigene Firma, die Alexander Doll Company. Sie nähte die ersten Stoffpuppen gemeinsam mit ihren Schwestern am Küchentisch.
Ihr Erfolgsrezept waren Puppen nach bekannten Figuren. Aus Romanen wie „Little Women“ (Betty und ihre Schwestern), aus Filmen und aus dem Zeitgeschehen: 1934 etwa die Dionne-Fünflinge, deren Lizenz die Firma groß machte. Ab 1937 folgte Scarlett O’Hara aus „Vom Winde verweht“, eine der berühmtesten Puppen der Firma.
In den 1950er-Jahren erlebte Madame Alexander ihre goldene Zeit. Die Puppen bestanden nun aus Hartplastik, waren robust und aufwendig angezogen. 1953 brachte die Firma zur Krönung von Königin Elizabeth II. ein Set mit 36 Puppen heraus, das die ganze Zeremonie nachstellt. Beatrice Alexander verkaufte die Firma 1988 und starb 1990. Seit 2012 gehört die Marke zur Kahn Lucas Lancaster Inc.
Cissy: die erste Modepuppe vor Barbie
1955, vier Jahre vor Barbie, brachte Madame Alexander „Cissy“ heraus. Sie war eine 20 Zoll (rund 51 cm) große Puppe mit erwachsener Figur, hohen Absätzen und eleganter Garderobe. Damit gilt Cissy als eine der ersten Modepuppen für Kinder in den USA. Ihre kleinere Schwester „Cissette“ folgte 1957, „Elise“ kam ebenfalls in den 1950ern auf den Markt. Gut erhaltene Cissy-Puppen mit Originalkleid gehören heute zu den gesuchtesten Madame-Alexander-Puppen. Mehr zur Konkurrentin liest Du in unserem Beitrag über Barbie.
Bekannte Puppen und Serien
- Scarlett O’Hara: seit 1937 in vielen Versionen, frühe Kompositionspuppen sind besonders wertvoll
- Little Women: Meg, Jo, Beth und Amy, immer wieder neu aufgelegt
- Wendy: kleine 8-Zoll-Puppe (rund 20 cm), ab 1953 die erfolgreichste Linie der Firma
- Cinderella: in vielen Größen und Kleidern, unter anderem 1950 zum Disney-Film
- International Dolls: kleine Puppen in Landestrachten aus aller Welt, darunter auch Österreich
- Krönungsset 1953: 36 Puppen zur Krönung von Elizabeth II.
Echte Madame Alexander erkennen
- Prägung: „ALEX“ oder „ALEXANDER“ im Nacken oder am Rücken
- Kleidung: eingenähtes Stoffetikett mit „Madame Alexander“ und oft dem Namen der Figur
- Anhänger: runde oder herzförmige Papieranhänger am Handgelenk
- Material: Stoff (1920er), Komposition (1930er/40er), Hartplastik (1950er), danach Vinyl
Kaufen, verkaufen und pflegen
Madame-Alexander-Puppen findest Du auf Sammlerbörsen, bei spezialisierten Händlern und in Online-Auktionen. Wenn Du verkaufen willst, fotografiere Etiketten, Prägung und Anhänger und nenne alle Mängel. Komposition reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Bewahre solche Puppen trocken und ohne direkte Sonne auf. Weitere amerikanische Hersteller stellen wir in den Beiträgen über Effanbee und Tonner vor.
Passend dazu
- Madame-Alexander-Puppen: Aktuelle Sammlerpuppen der Marke
- „Vom Winde verweht“ als Buch und Film: Die Geschichte hinter der berühmten Scarlett-Puppe
- Vintage-Mode und Schmuck: Elegante Accessoires im Stil der 1950er-Jahre
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Häufige Fragen
Was sind Madame-Alexander-Puppen wert?
Puppen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren kosten meist zwei- bis niedrige dreistellige Beträge. Puppen aus den 1930er- bis 1950er-Jahren mit Originalkleidung, Etikett und Schachtel erzielen mehrere hundert bis mehrere tausend US-Dollar.
Wann wurde Madame Alexander gegründet?
1923 in New York von Beatrice Alexander, mit einem Darlehen von 1.600 US-Dollar.
War Cissy vor Barbie da?
Ja. Cissy kam 1955 auf den Markt, vier Jahre vor Barbie, und gilt als eine der ersten Modepuppen für Kinder in den USA.
Woran erkenne ich eine echte Madame Alexander?
An der Prägung „ALEX“ oder „ALEXANDER“, am eingenähten Etikett in der Kleidung und am Anhänger am Handgelenk.



