Kämmer & Reinhardt: Charakterpuppen, Modelle und Sammlerwert
Kämmer & Reinhardt aus Waltershausen hat die Puppenwelt um 1910 verändert. Die Firma brachte als eine der ersten „Charakterpuppen“ heraus: Puppen mit echten Kindergesichtern statt der damals üblichen lieblichen Einheitsgesichter. Viele davon sind heute gesuchte Sammlerstücke. Hier erfährst Du, was die Zahlen 101, 114, 115a, 117 oder 126 bedeuten und was die Puppen wert sind.
Was sind Kämmer-&-Reinhardt-Puppen wert?
Die Spanne ist groß. Einfache Puppen und häufige Babys wie die 126 sind oft im dreistelligen Bereich zu haben. Gefragte Charakterpuppen wie die 101, 114 oder 117 „Mein Liebling“ erzielen in gutem Zustand deutlich mehr, seltene Modelle mit geschlossenem Mund auch vierstellige Beträge. Wie immer zählen ein unbeschädigter Kopf, Originalaugen, Perücke, Körper und Kleidung.
Die Prägung lesen
Typisch ist eine Doppelkennzeichnung, zum Beispiel:
K★R · Simon & Halbig · 117 · 50
- K★R: Kämmer & Reinhardt, mit dem sechszackigen Stern zwischen den Buchstaben
- Simon & Halbig: Die Porzellanfabrik, die den Kopf gegossen und bemalt hat
- 117: die Modellnummer
- 50: die Größe in Zentimetern
Die wichtigsten Modelle
- 100 „Kaiserbaby“: das erste Charakterbaby der Firma, 1909
- 101 „Peter“ und „Marie“: Kinder mit geschlossenem Mund und gemalten Augen
- 114 „Hans“ und „Gretchen“: eines der bekanntesten Charaktergesichter
- 115 und 115a: Kleinkinder mit ausdrucksstarkem Gesicht
- 117 „Mein Liebling“: ein Mädchen mit Schlafaugen, das ab etwa 1912 bis 1914 auf den Markt kam und lange produziert wurde
- 126: ein häufiges Charakterbaby mit offenem Mund
Die Geschichte von Kämmer & Reinhardt
Ernst Kämmer, ein Modelleur, und der Kaufmann Franz Reinhardt gründeten die Firma 1885 in Waltershausen in Thüringen. Kämmer war für die Gestaltung zuständig, Reinhardt für das Geschäft. Nach dem Tod von Heinrich Handwerck 1902 übernahm Kämmer & Reinhardt dessen Firma, was einen großen Schub brachte.
Die Köpfe ließ Kämmer & Reinhardt bei Simon & Halbig in Gräfenhain fertigen, die Puppen selbst wurden in Waltershausen zusammengesetzt. Ab 1909 folgten die Charakterpuppen, für die die Firma bis heute berühmt ist. Kämmer & Reinhardt meldete außerdem zahlreiche Neuerungen an, etwa Augen, die zur Seite blicken konnten.
Typische Merkmale
- realistische Kindergesichter mit eigenem Ausdruck
- Köpfe aus feinem Biskuitporzellan von Simon & Halbig
- bei Babys gebogene Arme und Beine
- Gelenkkörper bei Kinderpuppen
Tipps für Sammler
Charakterpuppen werden häufig nachgemacht. Prüfe die Prägung genau, achte auf die Qualität des Porzellans und vergleiche mit Abbildungen in Fachbüchern. Wertvolle Stücke kaufst Du am besten bei spezialisierten Händlern oder Auktionshäusern. Mehr über den Kopflieferanten liest Du im Beitrag über Simon & Halbig, mehr über den Nachbarn in Waltershausen im Beitrag über Kestner.
Passend dazu
- Bücher über Charakterpuppen: Kämmer & Reinhardt, Kestner und andere im Überblick
- Puppenkleidung im historischen Stil: Kleider, Hauben und Schuhe für antike Puppen
- Vintage-Broschen: Schmuck im Stil der Jahrhundertwende
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Häufige Fragen
Was bedeutet K★R auf einer Puppe?
K★R steht für Kämmer & Reinhardt aus Waltershausen. Oft steht zusätzlich „Simon & Halbig“ dabei, weil diese Porzellanfabrik die Köpfe fertigte.
Was ist die Kämmer & Reinhardt 117?
Die 117 „Mein Liebling“ ist eine bekannte Charakterpuppe, ein Mädchen mit Schlafaugen, das ab etwa 1912 bis 1914 auf den Markt kam.
Was ist eine Charakterpuppe?
Eine Puppe mit realistischem, individuellem Kindergesicht. Kämmer & Reinhardt brachte ab 1909 als eine der ersten Firmen solche Puppen heraus.
Was sind Kämmer-&-Reinhardt-Puppen wert?
Häufige Modelle wie die 126 oft dreistellig, gefragte Charakterpuppen wie 101, 114 oder 117 deutlich mehr, seltene Stücke auch vierstellig.



