Schildkröt-Puppen: erkennen, datieren und Wert bestimmen
Mit dem Markenzeichen einer kleinen Schildkröte wurden Puppen aus Mannheim weltberühmt. Schildkröt-Puppen aus Celluloid waren leicht, abwaschbar und nahezu unzerbrechlich, damals eine Revolution. Viele Familien haben noch eine „Bärbel“, „Inge“ oder „Christel“ aus Großmutters Zeiten. Hier erfährst Du, wie Du eine Schildkröt-Puppe erkennst und datierst und was sie heute wert ist.
Was ist meine Schildkröt-Puppe wert?
Die meisten Schildkröt-Puppen sind bezahlbare Sammlerstücke. Als grobe Orientierung (Richtwerte, keine Garantie):
| Puppe | Typischer Wert |
|---|---|
| Kleine oder bespielte Puppen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren | oft im zweistelligen Bereich |
| Bekannte Modelle wie Bärbel, Inge oder Christel in gutem Zustand mit Originalkleidung | häufig im unteren dreistelligen Bereich |
| Frühe Celluloidpuppen aus der Zeit vor 1930, seltene Größen | mehr, Einzelbewertung |
Celluloid ist empfindlich: Risse, Druckstellen und verblasste Farbe senken den Wert stark. Originalkleidung, Originalhaare und die Schachtel erhöhen ihn.
Schildkröt-Puppe erkennen
- Schildkröte in der Raute: das Markenzeichen, meist im Nacken oder am Rücken eingeprägt. Es wird ab 1899 verwendet. Sehr frühe Puppen tragen die Schildkröte noch ohne Raute.
- Größenangabe: eine Zahl neben dem Zeichen, oft die Größe in Zentimetern
- Material: Celluloid fühlt sich leicht und glatt an und klingt beim vorsichtigen Klopfen hohl. Spätere Puppen sind aus Kunststoff wie Tortulon oder Vinyl.
- Modellname: bei manchen Puppen auf Etikett oder Schachtel
Die Geschichte von Schildkröt
Die Firma geht auf eine Hartgummifabrik zurück, die 1873 in Neckarau bei Mannheim gegründet wurde. Nach einem Großbrand und dem Wiederaufbau hieß sie ab 1885 „Rheinische Gummi- und Celluloid-Fabrik“. Sie stellte zunächst Kämme und Schmuck her. Ab 1896 machte sie Puppen aus Celluloid, die schnell weltweit bekannt wurden.
Ab den 1920er-Jahren gestaltete der Bildhauer Franz Döbrich viele der berühmten Modelle: „Hans“, „Inge“, „Bärbel“, „Christel“ und „Strampelchen“. 1971 übernahm die Firma Braas das Unternehmen, 1975 endete die Puppenproduktion in Mannheim. Die Marke Schildkröt wurde später von anderen Firmen weitergeführt.
Bekannte Modelle
- Hans und Inge: Kinderpuppen-Paar, oft mit gemalten Haaren oder Perücke
- Bärbel: eines der beliebtesten Mädchenmodelle, gefertigt seit 1938
- Christel: je nach Kleidung als Mädchen oder als Bub „Christian“ verkauft
- Strampelchen: ein Baby mit gebogenen Armen und Beinen
Pflege von Celluloid
- Kein heißes Wasser, keine Hitze: Celluloid verformt sich und ist leicht entflammbar. Puppen nie neben Heizkörper, Kerzen oder in die Sonne stellen.
- Sanft reinigen: mit einem leicht feuchten Tuch, ohne Lösungsmittel oder Alkohol
- Nicht drücken: Druckstellen lassen sich kaum reparieren.
- Luftig lagern: nicht in luftdichtem Plastik, damit sich keine Ausdünstungen stauen
Puppendoktor und Verkauf
Für Reparaturen wie neue Gummizüge oder Perücken helfen Puppenkliniken. Adressen findest Du in unserem Verzeichnis. Zum Verkauf eignen sich willhaben, eBay oder Puppenbörsen. Mehr über andere deutsche Puppenhersteller liest Du im Beitrag Die Geschichte der Puppe.
Passend dazu
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- Bücher über Celluloidpuppen: Modelle, Marken und Werte zum Nachschlagen
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Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine Schildkröt-Puppe?
An der eingeprägten Schildkröte in einer Raute im Nacken oder am Rücken, oft mit einer Zahl für die Größe. Sehr frühe Puppen tragen die Schildkröte noch ohne Raute.
Was ist eine alte Schildkröt-Puppe wert?
Bespielte Puppen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren oft zweistellig, bekannte Modelle wie Bärbel oder Inge in gutem Zustand mit Originalkleidung häufig im unteren dreistelligen Bereich, frühe Puppen mehr.
Seit wann gibt es Schildkröt-Puppen?
Seit 1896. Die Rheinische Gummi- und Celluloid-Fabrik aus Mannheim-Neckarau stellte sie bis 1975 her.
Wie reinige ich eine Celluloidpuppe?
Nur mit einem leicht feuchten Tuch, ohne heißes Wasser, Lösungsmittel oder Alkohol. Celluloid verformt sich bei Hitze und ist leicht entflammbar.



